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Feuerwehr sprengte Hochwasser-Wohnhaus

Hermann Kollinger am 06. November 2004 - 2392 Zugriffe

Während der Hochwasserkatastrophe 2002 standen zahlreiche Gebäude im Machland im Bezirk Perg unter Wasser. Teile der Gebiete im Machland werden nun wieder komplett der Natur zurückgegeben und zahlreiche Wohngebäude abgerissen. Einige der abzureißenden Gebäude stehen auch in der Ortschaft Eitzendorf, Gemeinde Saxen.

Dem Sprengdienst der Oö. Feuerwehren wurde vom Besitzer des zweistöckigen Wohnhauses die Gelegenheit angeboten, das abzureißende Objekt für eine Übungssprengung heranziehen zu können, was vom Oö. Landes-Feuerwehrverband auch angenommen worden ist. Das Haus stand 2002 rund 2 Meter unter Wasser.

Am 6. November 2004 rückten insgesamt 43 Feuerwehr-Sprengbefugte der Sprengstützpunkte Mauthausen, Treffling, Perwolfing, Freistadt, Leonding, Linz-Stadt sowie des Landes-Feuerwehrverbandes an, um vom Vormittag an beginnend die Sprengung des Gebäudes vorzubereiten, die für den späten Nachmittag angesetzt worden ist.

Die Kräfte bohrten über das gesamte Gebäude samt Keller, Garage und Swimming-Pool rund 600 Bohrlöcher und brachten insgesamt 90 Zünder an. Als Sprengmittel wurden rund 60 kg Gelatine-Donarit 1 (heute: Austrogel) verwendet. Alleine im Kellergebäude waren rund 10 kg Sprengstoff erforderlich.

Am Nachmittag war es schlussendlich soweit und die Vorbereitungen für die sekundenschnelle Abtragung des Hauses abgeschlossen. Nach den entsprechenden Warnsignal erfolgte die Zündung in 18 Zündstufen und die Gemäuer stürzten ins sich zusammen.

Beim Swimming-Pool wurde eine so genannte Rettungs- und Bergesprengung versucht, die ebenfalls erfolgreich war. Dabei geht es darum, hinter schwerem, eingestürzten Gemäuer eingeschlossene Personen per Sprengung zu befreien. Die kleine Sprengung öffnet lediglich ein kleines Loch und ermöglicht dann den Rettungskräften den Zugang zu den Eingeschlossenen, die hinter dem Gemäuer von der Sprengung keinen Schaden nehmen.

 

Weitere Informationen und Links:

Quelle: Hermann Kollinger Fireworld.at

Aktualisiert (07. Dezember 2009) von HAW Michael Riegler - 2392 Zugriffe